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Aktualisiert: 30. Aug.

Tagesseminar vom 7. Mai 2022 im Kirchgemeindehaus Johannes in Bern

Referenten: Nicole Bachmann, Marcel Girod, Ursula Landtwing


Die Schweiz gehört nicht zu den Kolonialmächten, sie besass nie Kolonien. Trotzdem war sie, bzw. waren Schweizer Akteure, im Kolonialismus involviert.

Mit den Formen des Kolonialismus ohne Kolonien befasste sich das Seminar. Die Schwerpunktthemen waren erstens die Organisation und das Wirken der christlichen Missionen in den Kolonien Afrikas und Chinas mit Fokus auf die Basler Mission, zweitens die finanziellen und personellen Verflechtungen von Akteuren, Kantonen und Städten aus der Schweiz in den Sklavenhandel und drittens die Auswirkungen des Kolonialismus bis in die Gegenwart.

Der Input der Referierenden Nicole Bachmann, Marcel Girod und Ursula Landtwing animierte zu Fragen, Diskussionen und Reflexionen. So diskutierten wir beispielsweise darüber, warum junge Frauen noch im 20. Jahrhundert bereit waren, die Schweiz und ihre Familien zu verlassen und eine lange gefährliche Reise auf sich zu nehmen, um in der Fremde einen ihnen unbekannten Mann zu heiraten und ihn in seiner Funktion als Missionar zu unterstützen. War die Ehre Missionarsfrau zu sein so gross, dass es gleichgültig war, welchen Mann frau dafür heiraten musste? Liessen die herrschenden gesellschaftlichen Bedingungen den Frauen überhaupt eine Wahl? War es das Bedürfnis aus den engen gesellschaftlichen Strukturen der Schweiz auszubrechen?


Pioniere, Weltenbummler, Brückenbauer – Jubiläumsausgabe 2015, www.mission-21.org



Neben der Diskussion dieser eher soziologischen bzw. psychologischen Fragen gab es viel Raum für die Erörterung der geschichtlichen Begebenheiten.


Herzlichen Dank an die Referierenden.

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